32. Hoekerfest-Radrennen 2011

Aufgrund einer nicht rechtzeitigen Genehmigung von der Stadt Herford mußte das 32. Hoekerfest Radrennen abgesagt werden.

Der Verein wollte das finanzielle Risiko ohne Genehmigung nicht eingehen. Aufgrund des tragischen Unfalls bei der Love-Parade in Duisburg mußte erst ein Sicherheitskonzept für das Hoekerfest erstellt werden. Es gelten höhere Sicherheitsauflagen.

Polizei und Feuerwehr hatten bedenken gemeldet, dass Hoekerfest-Radrennen während des Hoekerfestes ausrichten zu lassen, weil viele Menschen an einem Fraitagabend in der Stadt sind und die Straße so lange gesperrt werden muss.

Siehe Zeitungsbericht „Ausgebremst“ aus dem Herforder Kreisblatt

Ausgebremst

Die Gründe für die Absage des Hoekerfest-Radrennens – Zukunft ungewiss.

Freitag, 17. Juni 2011, Victor Fritzen

Herford (WB). Kaum ein anderer sportlicher Wettkampf in der Stadt hat eine derart lange Tradition wie das Hoekerfest-Radrennen. In diesem Jahr fällt es jedoch aus (wir berichteten). Es wäre die 32. Auflage gewesen. Und die Zukunft ist ungewiss.

Rückblick: Der RSV Wittekind hatte nach eigenen Angaben bereits im Februar die straßenverkehrsrechtliche Erlaubnis für das Radrennen beim Ordnungsamt der Stadt beantragt. Erst Ende Mai, so der Verein, habe die Behörde nach mehreren Rückfragen telefonisch mitgeteilt, dass die NRW-Landesregierung nach dem tragischen Unglück bei der Loveparade Ende Juli 2010 strengere Auflagen und Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen angeordnet hat, die auch für das Hoekerfest gelten. Demnach dürfen Kommunen nur noch dann einer Veranstaltung zustimmen, wenn alle beteiligten Behörden – Feuerwehr, Polizei, Verwaltung – mit dem Sicherheitskonzept einverstanden sind. In Herford gab es jedoch Bedenken.

»Uns wurde erklärt, dass mit einer Entscheidung über die Erlaubnis – wenn wir diese denn überhaupt erhalten hätten – nicht vor dem 20. Juni zu rechnen ist. Das wäre zu spät gewesen«, erklärt die Vorsitzende des RSV Wittekind, Tanja Markmann. Der Verein habe die Sicherheit gebraucht, dass das Rennen stattfindet. Denn Sponsorengespräche waren bereits geführt, die Ausschreibung für die Wettkämpfe veröffentlicht. Eine Zwickmühle: Und so musste der Verein entscheiden, ob er trotz der ungeklärten Genehmigungsfrage weitere Risiken eingehen soll. »Die finanziellen Bedenken waren zu hoch. Im Interesse des Vereins haben wir uns deshalb schweren Herzens für die Absage entschieden«, sagt Tanja Markmann. Die RSV-Vorsitzende bedauert den Rückzug sehr: »Denn zu diesem Rennen kamen auch immer Zuschauer, die sich sonst möglicherweise nicht so sehr für den Radsport interessieren.«

Der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Lothar Sobek, stellt nochmals klar, dass entgegen anders lautender Berichte nicht seine Behörde das Rennen abgesagt habe, sondern der ausrichtende Verein. Er verteidigt das Vorgehen seiner Behörde: »Als die Anfrage des RSV Wittekind kam, konnten wir einfach kein grünes Licht geben«, sagt Sobek. Die Freigabe hätte erst erteilt werden können, wenn ein Sicherheitskonzept vorgelegen hätte. Sobek: »Dafür hatte der Verein auch Verständnis.«

Eine Freigabe an einem anderen Freitag, so Sobek, wäre kein Problem gewesen, nicht aber in Verbindung mit der Großveranstaltung Hoekerfest. Das Radrennen allein hätte kein Sicherheitskonzept erfordert. Anders sei dies in Verbindung mit dem großen Stadtfest, da am Freitag- und Samstagabend etliche tausend Besucher erwartet werden. »An einem Sonntagnachmittag hätten wir sicherlich nicht solche Probleme, da die Innenstadt dann nicht so voll wäre«, sagt Sobek.

Doch wie sieht die Zukunft des traditionsreichen Rennens aus? Eine Option wäre es, das Rennen künftig an einem Sonntag zu starten. »Aber soweit sind wir noch nicht«, sagt Tanja Markmann, »im Moment sind wir immer noch sehr traurig, dass es in diesem Jahr so gekommen ist«. Auch der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Hans-Joachim Zedler, bedauert die Absage und sieht die Zukunft der Traditionsveranstaltung an einem anderen Tag, in Zusammenarbeit der Klubs RSV Wittekind und RC Endspurt. »Dabei müsste man sich gar nicht einmal auf den Hoekerfest-Termin festlegen, sondern könnte das Rennen beispielsweise in einen Tag des Sports einbetten, in Verbindung mit dem Schülerlauf«, schlägt Zedler vor. Auch müsse man sich nicht mehr nur festlegen auf das Rennrad, sondern könne auch aufs Mountainbike umsteigen. »Das sehe ich als durchaus umsetzbar an. Wir werden uns mit den Vereinen zusammensetzen und gemeinsam ein Projekt erarbeiten«, kündigt Zedler an.

Grafik: Nolte/Herforder Kreisblatt

Grafik: Nolte/Herforder Kreisblatt

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